Mitmachtheater bringt Jugendlichen den ÖPNV nahe - Erste Busschule der besonderen Art in Südwestfalen
Der Bus als nicht virtueller Chat-Room oder als Ort an dem man sich in vielerlei Hinsicht näher kommen kann - das Theaterprojekt "Kalle´s Road-Show" wirft mit Schülerinnen und Schülern der 7. und 8. Klassen mal ein ganz anderes Licht auf die Vorzüge des Öffentlichen Personennahverkehrs. Im Auftrag des Märkischen Kreises und der MVG tourte das Ensemble im Mai und Juni 2008 durch neun Schulen im gesamten Kreisgebiet.
Das Projekt ist in Südwestfalen bisher einmalig. Mit kleinen interaktiven Spielszenen, viel Musik und Glücksrad vermitteln die vier Schauspieler ohne pädagogischen Zeigefinger Basiswissen zum Verhalten in Bus und Bahn. Das Spektrum erfasst sowohl die verschiedenen Fahrtickets und Preise, das Lesen von Fahrplänen, Themen der Verkehrssicherheit, als auch das respektvolle Miteinander im Bus, den Umgang mit Randalierern und Vandalen, die Berechtigung von Kontrolleuren bis hin zu den Umweltaspekten des Öffentlichen Personennahverkehrs. Ziel ist es, Jugendliche als Kunden ernst zu nehmen und langfristig an den ÖPNV zu binden.
Initiiert wurde diese Art der Busschule vom Märkischen Kreis. Bereits 2002 stimmte der Kreistag einstimmig dafür im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten ein "Projekt Busschule" ins Leben zu rufen. "Die Umsetzung erfolgte bisher in mehreren Schritten, erhält aber durch das theaterpädagogische Projekt eine neue Dimension", macht Frank Oppermann, im Fachdienst Bauen und Planen Experte für den ÖPNV deutlich. Ermöglicht wird es durch Mittel, die der ZRL (Zweckverband Ruhr-Lippe) für Aktionen der Kundeninformation und -bindung zur Verfügung stellt. Im Kreis Unna förderte er damit bereits ein ähnliches Projekt. Im Märkischen Kreis stieg die MVG als Partner sofort mit ins Boot.
Für das Pilotprojekt mit insgesamt 20 Shows im Mai und Juni 2008 wurden neun Schulen aller Schulformen aus dem gesamten Kreisgebiet gewonnen. "Wir sind sehr gespannt, wie das Angebot von den Jugendlichen und Lehrern angenommen wird", erklärt Jens Piepenstock, Schulbetreuer der MVG. Er sieht das Projekt auch als Einstieg für eine engere Zusammenarbeit mit den Schulen. "Unsere Angebote zur Verkehrserziehung und zum Einsatz von Schulbusbetreuern sind nicht überall ausreichend präsent", sagt er. Gemeinsam mit Frank Oppermann hat er sich in Dortmund bereits eine Kostprobe von "Kalle´s Road-Show" angesehen und ist begeistert, wie die Hauptschüler mitgingen und mitmachten.
Mit ihrem Mix aus Musik, Show, Mitmach-Theater und Gewinnspielen treffen Moderatorin Silke Burckhard, Denis Cosmar, Anne Langermann und Christian Gierse den Ton der Jugendlichen. In den Rollen des alten Manns, der verliebten Julia, dem Busfahrer Kalle, dem Kontrolleur und verschiedenen Fahrgästen holen sie sich ihre Mitspieler aus dem Publikum und spielen Alltagsszenen nach. Gemeinsam werden Lösungsstrategien entwickelt - egal ob es darum geht, mit welchem Bus man am schnellsten von A nach B kommt, oder ob es eine Konfliktsituation zu bewältigen gibt. Schnell springt der Funke über und es entwickeln sich spannende Diskussionen. Als zusätzlichen Anreiz zum aktiven Mitmachen verteilt die Truppe nicht nur attraktive Kleinpreise bei den Gewinnspielen sondern stellt bei auch ein besonderes Event für die besten Schulklassen in Aussicht: Einen von Kalle´s Road-Show begleiteten Ausflug ins Kino.
Erste Station machte die mobile Road-Show am 20. Mai.2008 bei den Schülern der Realschule Meinerzhagen in der Aula der Grundschule Kohlberg. Für die perfekte Gestaltung der Kulissen sorgte eine MVG-spezifische Ausstattung, wie Dienstkleidung, Fahrticket und Haltestelle.
Ansprechpartner bei der MVG sind Jens Piepenstock (Telefon 02351 1801-222) und Marika Gomolka (Telefon 02351 1801-153); Ansprechpartner beim Märkischen Kreis ist Frank Oppermann (Telefon 02351 966-6885).
Weiter Infos auch unter "Kalle´s Roadshow"














Druckansicht