Die MVG-Geschäftsführung hat am 15. Juli 2026 im Rahmen der Gesellschafterversammlung in Plettenberg den Geschäftsbericht für das Jahr 2025 vorgestellt. Geschäftsführerin Frauke Effert und Geschäftsführer Stefan Janning zeigten dabei auf, dass sowohl die Fahrgastzahlen als auch die Einnahmen im Linienverkehr im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind.
Die Gesamtzahl der von der MVG beförderten Personen erhöhte sich um über fünf Prozent auf 31,3 Millionen Fahrgäste nach 29,6 Millionen im Vorjahr. Die Einnahmen im regulären Linienverkehr stiegen um knapp drei Prozent auf rund 36,7 Mio. Euro, was einer Steigerung von einer Million Euro im Vergleich zu 2024 entspricht.
„Wir sehen weiterhin den Trend, dass unsere Fahrgäste von Zeit- und Einzeltickets in Abo-Tickets wechseln. Diese Entwicklung spricht dafür, dass die Nutzung des ÖPNV insbesondere mit dem Deutschlandticket für viele Fahrgäste eine langfristigere Option geworden ist“, erklärte Stefan Janning.
Die Einnahmenseite hat sich im Jahr 2025 um rund 1,75 Mio. Euro verbessert und liegt über der Planung. Aufgrund gestiegener Kosten für Personal und Material, insbesondere bei den Auftragnehmern, stieg das Minus (Jahresfehlbetrag) dennoch auf 30,7 Mio. Euro. Dieses liegt jedoch über fünf Mio. Euro deutlich unter dem Planansatz.
„Der Vergleich der geplanten und tatsächlichen Zahlen zeigt, dass unsere Bemühungen erfolgreich sind und sich die verschiedenen Bereiche positiver entwickeln als erwartet“, erklärt Frauke Effert. „Es ist jedoch weiterhin so, dass sich externe Faktoren, wie Material- und Personalkosten, teilweise drastisch auf unsere Ausgaben auswirken, ohne dass wir Einfluss nehmen können“, so Effert weiter.
Ein Beispiel dafür sind die inzwischen 20 E-Busse der MVG. Aufgrund der Vorgaben des Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungsgesetzes muss die Busflotte langfristig auf emissionsarme und -freie Antriebe umgestellt werden. Dabei wurden im Jahr 2025 zwei wichtige Meilensteine erreicht: Zum einen konnten zum Jahresende die ersten beiden eCitaros übernommen und für Schulungszwecke eingesetzt werden. Zum anderen wurden die Arbeiten an der notwendigen Ladeinfrastruktur in Lüdenscheid abgeschlossen und die Baumaßnahmen auf dem Betriebshof Iserlohn weitergeführt. Um die Kosten durch diese gesetzlichen Vorhaben abzumildern, hat sich die MVG erfolgreich um Fördermittel bemüht: „Über verschiedene Fördertöpfe, insbesondere das Bundesministerium für Verkehr, konnten wir über 9,2 Mio. Euro an Fördermitteln einwerben“, betont Frauke Effert.
Im Bereich Personal konnte die MVG durch die Ausbildung in der eigenen Fahrschule den Fahrermangel der vergangenen Jahre weiter ausgleichen, sodass hier der Bedarf aktuell gedeckt ist. Mit Blick auf die kommenden Jahre wird das Thema aber branchenweit weiterhin relevant bleiben.
Bei der Weiterentwicklung des Angebots neben dem regulären Schüler- und Linienverkehr wurden die in den vergangenen Jahren beschrittenen Wege konsequent weiterverfolgt. Das erfolgreiche On-Demand-Projekt „BEA – Bestellen. Einsteigen. Ankommen.“ in Meinerzhagen und Valbert wurde auf Beschluss des Kreistags mit kleineren Anpassungen fortgeführt.
Im Januar 2025 hat die MVG gemeinsam mit dem Märkischen Kreis und dem beteiligten Unternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC) die Mobilitätsdatenplattform offiziell gestartet. Mithilfe dieser Plattform wird das Mobilitätsverhalten datenschutzkonform anonym erfasst, um Lücken im Liniennetz zu erkennen und Linienverläufe zu optimieren. Die Datenerfassung erfolgt über die App „Meine MVG“, die im August 2025 die alte App „MVG Tickets“ abgelöst hat. Geschäftsführer Stefan Janning: „Die App-Nutzer können aktiv dabei mithelfen, das MVG-Angebot besser an den tatsächlichen Mobilitätswünschen der Bürger auszurichten.“
Das Projekt „BLiNK“ im Gewerbepark Hämmer in Menden wurde im September 2025 erfolgreich abgeschlossen. Die MVG beteiligte sich an dem Forschungsprojekt u. a. durch die ÖPNV-Anbindung eines Mobilitätshubs im Gewerbepark und durch die Untersuchung der Kundenakzeptanz für automatisiert fahrende Kleinbusse.
Das Anfang 2026 gestartete Nachfolgeprojekt „BLiNK+“ findet ohne direkte Projektbeteiligung der MVG statt. Das Verkehrsunternehmen agiert dabei dennoch weiterhin als Auftragnehmer, um die Anbindung des Gewerbeparks bis Ende 2026 sicherzustellen und die Durchführung des Forschungsvorhabens der TU Dortmund zu ermöglichen.
Landrat Ralf Schwarzkopf erklärt: „Mobilität nach Maß ist der Leitgedanke der Zukunft. Gemeint ist damit passgenaue Mobilität: Entscheidend ist, ob Menschen zur Arbeit, zur Schule, zum Arzt, zum Einkaufen oder in ihrer Freizeit zur gewünschten Zeit ihr Ziel erreichen. Ein modernes Verkehrsangebot darf doch nicht daran gemessen werden, ob viele leere Busse sinnlos weite Strecken fahren. Wir werden in enger Zusammenarbeit mit der MVG planen, wie das Angebot zukünftig bedarfsgerechter, flexibler und nachhaltiger gestaltet werden kann. Dabei sollen auch neue, nachfrageorientierte Angebotsformen (on-demand) eine größere Rolle spielen. Aufgrund der neuen verfügbaren Daten unserer Fahrgastzählsysteme können wir endlich von einer angebots- zur nachfrageorientierten Mobilität wechseln.“
MVG-Aufsichtsratsvorsitzender Karsten Meininghaus erklärt mit Blick in die Zukunft: „Die Planung und Umsetzung des ÖPNV im Märkischen Kreis für die kommenden Jahre wird vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslagen in Kreis und Kommunen sicherlich an mancher Stelle eine Herausforderung. Die MVG ist dabei der verlässliche Partner, um sich diesen Herausforderungen zu stellen und hat bereits mit der Entwicklung von Lösungen begonnen. Dabei unterstützt die MVG nicht nur mit ihrem Know-how, sondern auch durch den Einsatz der zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Tag für Tag dazu beitragen die Fahrgäste sicher an ihr Ziel bringen.“
Frauke Effert und Stefan Janning betonten dabei zum Abschluss noch einmal, dass die MVG ihren Beitrag dazu leisten werde, kommunale Haushalte zu entlasten und dennoch ein bedarfsgerechtes und wirtschaftlich tragfähiges Angebot zu entwickeln, das langfristig auch den Auftrag der Daseinsvorsorge sichert. „Die notwendigen Reduktionen der kommenden Jahre müssen wir gemeinsam schaffen.“